TSV WEILHEIM - HANDBALL

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„Anwurf Zukunft“: Mitgliederversammlung der TSV‑Handballer gibt Startsignal für Pilotprojekt

01.03.2026 - Minijob für Mitgliedergewinnung und Trainerteam-Management

Weilheim i. OB. – Mit großer Einigkeit und vielen konkreten Ideen hat die Handballabteilung des TSV Weilheim am vergangenen Freitag den Weg für das Projekt „Anwurf Zukunft“ freigemacht. In einer konstruktiven Mitgliederversammlung waren sich die rund 30 Anwesenden schnell einig: Das Vorhaben setzt genau dort an, wo die Abteilung aktuell die größten Probleme sieht: in Teilen sind zu wenig Aktive Spielerinnen und Spieler in der Halle und zusätzlich wurde ein großer Mangel an Trainerinnen und Trainern festgestellt. Der Antrag der Abteilungsleitung, erstmals einen Minijob bei den Handballern zu schaffen, um diese Probleme nachhaltig zu beheben, wurde letztlich einstimmig abgesegnet.

„Vor allem im weiblichen Bereich hinken wir unseren Zielen noch weit hinterher, uns fehlen über alle Jugendteams hinweg ca. 60 Spielerinnen und 15 Spieler“, konstatiert Sylvester Wolf, Abteilungsleiter der Weilheimer Handballer. „Wir wachsen zwar, aber eben zu langsam. Insgesamt brauchen wir ca. 300 aktive Kinder und Jugendliche über alle Mannschaften hinweg, um die bestehenden Teams aufzufüllen. Wenn wir im aktuellen Tempo weitermachen, brauchen wir noch mindestens 10 Jahre, um alle unsere Mannschaften im männlichen und weiblichen Bereich voll zu haben. So lange können wir nicht warten.“ Daher möchten die Handballer probieren, über regelmäßige Schnupperstunden an Schulen systematisch neue Mitglieder anzuwerben. „Dann sind wir hoffentlich in 2 Jahren bei einem Aufnahmestopp, denn wir wollen nur die Mannschaften auffüllen, die ja schon jetzt Trainingszeiten haben. Mehr wird dann nicht mehr gehen mit der aktuell sehr angespannten Hallensituation.“ Umgesetzt werden die Schnupperstunden über einen Minijob, das Projekt bedeutet also eine Abkehr von der reinen Ehrenamtlichkeit im Verein. „Es ist unrealistisch, dass jemand 1-2 Vormittage pro Woche in Schulen Werbung macht, wenn wir nicht auch etwas dafür bezahlen. Das ist aber die Intensität, die wir brauchen, um unsere Lücken zeitnah und nachhaltig zu schließen“, erklärt Wolf. Gegenfinanziert wird das Projekt über deutlich steigende Mitgliedsbeiträge in der Zukunft: „Wir betrachten das als Investment in unseren Sport“, so Wolf. Ausgabenseitig erwartet Wolf keine großen Veränderungen: „unsere größten Posten sind Gebühren für den Spielbetrieb und für die Nutzung der Sporthallen. Da wir nur bestehende Teams auffüllen wollen, werden die Ausgaben auch mit mehr Mitgliedern konstant bleiben.“

Für diesen Teil des Projekts sind 6 Wochenstunden veranschlagt, zwei weitere Stunden sind für das Management des Trainerteams eingeplant. „Uns fehlen aktuell ca. 20-30 Trainerinnen und Trainer, um eine sportlich gute Situation zu schaffen. Viele unserer Trainer sind jetzt schon doppelt eingespannt, darunter leidet nun mal die Ausbildungsqualität“, beschreibt Wolf, der selbst gleichzeitig Abteilungsleiter und Trainer der Herren 1 ist, den Mangel an Ehrenamtlichen. Nun soll jemand im Hintergrund die Strippen ziehen und systematisch ehemalige Spieler ansprechen und die Ausbildung der Nachwuchstrainer übernehmen. „Das ist richtig viel Arbeit, die für uns als Verein aber auch lohnenswert ist. Leider konnten wir in den letzten drei Jahren niemanden finden, der diese Position ehrenamtlich übernimmt, daher ist es auch hier alternativlos, Geld in die Hand zu nehmen.“

Zunächst soll das Projekt für ein Jahr laufen, um dann zu sehen, ob die Kombination aus Ehrenamtlichkeit und Hauptamtlichkeit von Erfolg gekrönt ist. „Da ist natürlich auch Führungskompetenz in den Abteilungen gefragt, es geht auch um arbeitsrechtliche Vorgaben, die eingehalten werden müssen“, so Björn Bartnik, 1. Vorstand des TSV. „Wir wollen dieses Pilotprojekt gerne ermöglichen, sehen aber auch gewisse Risiken. Daher wird das Projekt eng begleitet, um zu sehen, ob uns das wirklich hilft.“ Für Sylvester Wolf ist daher entscheidend, dass „wir mit solchen Ausgaben das Ehrenamt ermöglichen, bzw. entlasten und einen klaren Mehrwert erzeugen.“

Da es bereits eine sehr gute Kandidatin für diese Position gibt, soll das Projekt schon ab April starten. Finanziert wird das Projekt rein aus der Abteilungskasse der Handballer. Wolf ist überzeugt von der Investition in die Zukunft: „Wie könnten wir Geld besser investieren, als Kinder von unserem Sport zu überzeugen, junge Engagierte auszubilden und Ehrenamtliche zu gewinnen?“

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